Nach dem Tod unseres Vorsitzenden, Dr. Georg Kramm, hat unsere Gemeinschaft einen neuen Vorsitzenden in der Person des früheren JBG-Vizevorsitzenden Stefan Pleyer gewählt. Stefan Karl Pleyer (ung. Pleyer István Károly) kommt aus einer katholischen bürgerlichen Familie ungarndeutscher und ungarischer Herkunft aus der mittelungarischen Marktstadt Ratzenmarkt/Ráckeve (Kom. Pest). Seine deutschen Vorfahren väterlicherseits stammten aus der historischen Region Deutsch-Westungarn, also aus dem Burgenland und dem Pressburger Land, mit österreichisch-bayerischen Wurzeln, und mütterlicherseits von rheinischstämmigen Donauschwaben aus dem Komitat Sala/Zala. Das Elternhaus war zweisprachig geprägt, von ungarischer Muttersprache und (österreichischer) deutscher Vatersprache. Pleyer besuchte die katholische Grundschule und das Gymnasium in seiner Heimatstadt, danach begann er sein Universitätsstudium an der Eötvös-Loránd-Universität (ELTE), wo er Geschichte studierte und als Historiker Bachelor- und Masterdiplome erwarb. Sein zweites Masterstudium absolvierte er im Rahmen des ungarisch-deutschen binationalen Doppelmasterprogramms der Andrássy Universität und der Universität Leipzig im Fach Internationale Beziehungen. Während seiner Studienzeit leistete der Ratzenmarkter als ungarischer Teilnehmer des Programms „Forum Mitteleuropa” des Freistaates Sachsen ein Praktikum beim Sächischen Landtag in Dresden, und anschließend konnte er als Stipendiat und Praktikant des Internationalen Parlaments-Stipendiums (IPS) beim Deutschen Bundestag in Berlin in bayerischer Vertretung arbeiten. Zurzeit beschäftigt er sich als Ph.D.-Doktorkandidat der Geschichtswissenschaften mit seiner Dissertation über die Revisions- und Deutschtumspolitik der Weimarer Republik.
Als neuer Vorsitzender der JBG möchte der 33-jährige mit dem Verein zur Eröffnung neuer innovativer Dimensionen sowie zu einem Perspektivenwechsel innerhalb des deutschen Nationalitätenlebens beitragen. Die JBG versteht sich als ungarndeutscher Akademiker- und Intelligenzverein und setzt sich die Katalysierung grundlegend neuer Prozesse zum Ziel, wie etwa die Organisationsarbeit der ungarndeutschen Intelligenz, die Ausweitung des Nationalitätenwesens auf mehrere gesellschaftlich-soziale und wissenschaftliche Bereiche. Ein proaktiverer Einsatz der Republik Österreich, sowie der deutschen und österreichischen Bundesländer für das Auslandsdeutschtum in Ostmitteleuropa wird seitens der JBG ebenfalls angestrebt. All dies im Sinne des Wahlspruchs der JBG „Für das Ungarndeutschtum des 21. Jahrhunderts!“